Die Macht ist mit UNS
- Jennifer Willert
- 1. März
- 3 Min. Lesezeit
Liebe Leserin, lieber Leser

Die Inspiration für meinen heutigen Blog fand ich vor ein paar Tagen bei einem Treffen mit zwei Mädels in meinem Alter. Eigentlich war ich von der Arbeitswoche etwas müde und hatte große Lust gehabt mich einfach mit einem Tee und einem guten Buch auf die Couch zu verkrümeln, aber dann raffte ich mich doch auf und zog los in die Kneipe, in der wir verabredet waren. Es wurde ein unvorhergesehener, sehr langer und lustiger Abend, aus dem ich ein paar, für mich wichtige Erkenntnisse gezogen habe, die ich hier gerne mit Euch teilen möchte.
Aber lest selbst...
Bevor ich anfange, tauchen wir für kurze Zeit in meine Vergangenheit ein.
Ich kann mich noch gut an eine Situation im Freibad erinnern, ich war damals vielleicht 8 Jahre alt, stand auf dem 1-Meter-Brett und wollte gerade ins Wasser springen.
Da hörte ich einen Jungen sagen: „Dieses Mädchen sieht aus, als wäre sie schwanger!“
Wie ein schmerzender Blitz trafen mich diese Worte und ich spürte wie mir die Röte ins Gesicht stieg. Schnell sprang ich ins Wasser. Dieser Satz sollte mich jahrelang, ach Quatsch, jahrzehntelang begleiten, denn ab diesem Augenblick hatten mein Bauch und ich keine gute Beziehung mehr zueinander. Ich stieg aus dem Wasser und zog fortan meinen Bauch ein. Und zwar so doll, dass ich manchmal nicht mehr richtig atmen konnte.
Dann und wann frage ich mich, wie die Welt sich verändern würde, wenn sich jeder einzelne von uns immer bewusst wäre, welche Wirkung so ein dahin gesagter Satz haben kann...
Früher war ich eine andere Person! Ich wusste nicht wer ich bin, war mir meiner Selbst nicht bewusst und oft meiner Außenwirkung unsicher. Dabei war ich jung, hübsch hatte einen gesunden schönen Körper - alles noch fest, straff - aber ich konnte diesen Körper nicht genießen, er war mir fremd, ich war mir fremd. Sicherlich ein Stück weit ein normaler Zustand zu Anfang eines persönlichen Entwicklungsprozesses.
Aber nicht nur! Die Umstände in meiner Kindheit verhinderten, dass meine eigenen Bedürfnisse Raum fanden. Im Rückblick denke ich oft, dass ich nicht wirklich gesehen wurde.
Ich sehe den ein oder anderen beim Lesen dieser Zeilen zustimmend nicken. Ein Thema, das wir fast alle auf die ein oder andere Art selbst erlebt haben.
Dann wurde ich selbst Mama und hatte wieder keine Zeit herauszufinden, wer ich bin und was ich brauche.
Schließlich kam mein 40. Geburtstag und ein Freund meinte im Scherz zu mir: „Weißt Du eigentlich warum eine Frau ab 40 nicht mehr „Verstecken spielen“ sollte?“
Als ich verneinte, folgte die Antwort auf dem Fuße...
„Weil sie nicht mehr gesucht wird!“
Wir haben damals sehr herzlich darüber gelacht und ich habe ihm einen blauen Fleck auf dem Oberarm verpasst. Trotzdem lag ich in dieser Nacht wach und dachte über die Äußerung nach. „War's das jetzt? Als uninteressant befunden und abgeschrieben!“
Sozusagen, der Anfang vom Ende...
Liebe Leserin, lieber Leser
Es ist anders gekommen!
Heute bin ich 47 Jahre alt und ich habe mich noch nie so wohlgefühlt. Und damit meine ich nicht nur meinen seelischen Zustand... NEIN, es betrifft auch meinen Körper.
By the way... Ich habe auch noch nie so viel Sport gemacht, noch jemals so viele Sportkurse gehalten. Und ja, ich bin mir dennoch durchaus bewusst, dass mein Körper nur noch „halbfrisch“ ist. Trotz großer Bemühungen lässt es sich nicht leugnen: Der Alterungsprozess hat schon ein paar Spuren hinterlassen. Trotzdem habe ich mich niemals wohlergefühlt, war mit meinem Körper zu keinem anderen Zeitpunkt so im Reinen, wie in diesen Tagen.
Und in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist.
Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich authentischer.
Und das wiederum teile ich mit vielen Frauen in meinem Alter. Vielleicht liegt es gerade daran, dass wir nicht mehr ganz so stark von anderen gebraucht werden und wir uns nun in der glücklichen Lage befinden herauszufinden, was wir selbst brauchen.
Die gute Nachricht... Wir sind nicht mehr ganz jung, aber auch noch alles andere, als alt.
Meine Gedanken dazu:
Ganz viel Leben liegt noch VOR mir und ich habe auch VOR es zu genießen! Richtig gelebte, volle Weiblichkeit kann den stärksten Mann umhauen. Und für alle Männer, die diesen Beitrag lesen... NEIN ich bin nicht plötzlich zu einer männerfressenden Vollblutemanze mutiert. Aber heute ist mir mehr denn je bewusst, dass sich Weiblichkeit nicht nur über Brüste, lange Haare und einen schönen Hintern ausdrückt. Richtig gelebte Weiblichkeit ist Abwarten, Aufnehmen können, Umsorgen, Fühlen, Weichheit, aber auch Leidenschaft, Sinnlichkeit und pure Energie.
Aus Unterhaltungen mit Frauen in meinem Alter weiß ich, dass sich dort ganz Ähnliches abspielt.
Dieser Blog ist eine kleine Liebeserklärung an alle Frauen, egal welchen Alters.
Seht ihr mich? Ich stehe auf der höchsten Düne, die Haare vom Wind zerzaust mit einem Lächeln im Gesicht und rufe Euch zu:
Seid mutig, glaubt an Euch, feiert Eure wunderbare weibliche Kraft und lasst Euch von Niemanden beirren... WIR Frauen sind wahrhaftig bezaubernde Geschöpfe!


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